Wie deutsche Politiker das deutsche Volk verarschen

Diätenerhöhung: Wie Politiker sich Privilegien verschaffen – Politik – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten:
Auch in Zukunft wird ein Bundestagsabgeordneter pro Jahr im Amt 192 Euro monatliche Altersversorgung erwerben, ein Durchschnittsrentner aber nur 26 Euro pro Beitragsjahr. Das ist ein Verhältnis von 7,3 zu 1. Die Überversorgung erkennt man schon daran, dass das Verhältnis der aktiven Einkommen nur etwa 3 zu 1 beträgt. In Wahrheit wird das Versorgungsprivileg also nicht wirklich beseitigt. Für länger „gediente“ Abgeordnete (ab 18 Jahren Mitgliedschaft im Bundestag) soll es die Versorgung schon ab dem 57. Lebensjahr geben, und zwar ohne jeden Abschlag. Und es wird sogar noch ein neues Privileg geschaffen: In Zukunft erwirbt ein Abgeordneter einen Versorgungsanspruch schon nach einem einzigen Mandatsjahr. Wo gibt es das sonst?

Quelle: Spiegel Online

Eigentlich wollte ich ja nicht wirklich „verarschen“ schreiben, aber wenn ich das hier so lese, dann bleibt mir ja eigentlich nichts anderes uebrig.

Ich meine wo kommen wir denn hin, wenn sich die Damen und Herren Abgeordneten entgegen ihrer vorher abgegebenen Versprechen wie in einem Selbstbedienungsladen ohne Kasse auffuehren. Und erst die im zitierten Artikel berechnete Relation zwischen Otto Normalverbrauchers Rentenanspruch und dem eines Abgeordneten.

Ich sehe ja ein, das der Dienst fuer das Volk im deutschen Bundestag sicherlich kein Zuckerschlecken ist. Aber ist die tatsaechliche Belastung und das mehr an Verantwortung wirklich den Faktor 7,3 wert?

Ebenso eine schallende Ohrfeige mitten ins Gesicht des deutschen Michels ist auch der Erwerb des Versorgungsanspruches nach bereits einem Jahr als Abgeordneter. Zu Recht stellt der Autor des Artikels hier die Frage „Wo gibt es das sonst?

In Frankreich wuerde eine solche, von der Presse veroeffentlichte Beguenstigung von Abgeordneten zu einer oeffentlichen Reaktion auf der Strasse in Form von Demonstrationen und zu einer nicht unerheblichen Anzahl von Beitraegen in diversen Polittalks fuehren.

In Deutschland wird diese Tatsache vielleicht an dem einen oder anderen Stammtisch zu einer Missfallenskundgebung gepaart mit der Aussage „das die da oben ja eh machen was sie wollen“ fuehren. Und das war es dann auch schon.
Mit uns Deutschen haben es die jeweils politischen Fuehrungskraefte wirklich leicht. Wir murren vielleicht ab und zu mal aber richtigen Protest gibt es eigentlich so gut wie nie.

Ist es der preussische Gehorsam, der uns alles stoisch ertragen laesst?

Sind es die Nachkriegsmilliarden des Marshallplans, mit dem der Konsum und damit die Zufriedenheit und die daraus resultierende Kritiklosigkeit erwachsen ist?

Ich weiss es nicht.

Falls aber meine zweite Vermutung zutreffend sein sollte, dann wird die Stimmung ob der fehlenden Mittel im deutschen Durchschnittsgeldbeutel sicherlich langsam aber sicher schlechter werden.

Noch wird die fehlende Liquiditaet ja durch jede Menge „guenstiger“ und einfach in Anspruch zu nehmender Kreditangebote abgefedert. Die Folgen jedoch sind Ueberschuldung und Privatinsolvenz.
Immer mehr deutsche Haushalte tappen in die Schuldenfalle.
Und dann ist Schluss mit Lustig.

Spaetestens wenn dem Deutschen das Geld zum Ausgeben nicht nur fehlt, sondern die Bank den Hahn nicht nur zudreht, sondern auch noch zwangsvollstrecken laesst… spaetestens dann duerften solche Meldungen zu staerkeren Reaktionen in der oeffentlichen Meinung fuehren.

Meiner Meinung nach ist hier sogar ein gefaehrliches Potential zur Gefaehrdung der Demokratie zu sehen. Denn aus Frust wird Wut. Und die entlaedt sich entweder auf der Strasse oder an der Wahlurne.

Gewaehlt wird dann der starke Mann, der mit eiserner Faust den Sumpf trockenlegt und das Uebel an der Wurzel packt um es mit Stumpf und Stiel auszureissen. Der Egel an der Ader der Deutschen muss zertreten werden um.. etc etc Populismus machts moeglich. Das Beispiel hatten wir ja schon oefters in diversen Staaten dieser Welt.

Bleibt zu hoffen, dass die Politiker massvoll bleiben und die deutsche Wirtschaft nicht nur Geld in die Kassen der Shareholder sondern auch in die des kleinen Mannes spuelt.

Wir werden sehen.

heise online – 340.000 deutschsprachige Internetnutzer bloggen regelmäßig

heise online – 340.000 deutschsprachige Internetnutzer bloggen regelmäßig

Das habe ich gerade gelesen, na dann gibt es jetzt wohl 340.001 deutschsprachige Internetnutzer, die (mehr oder minder) regelmaessig bloggen.